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In Memoriam Rubén Plaza (1959-2012)

Am heutigen 13. Juli vor sieben Jahren verstarb SCE-Legende Rubén Plaza, er wäre heuer 60 Jahre alt geworden. Wir wollen unserem verstorbenen "Uru" aus diesem Anlass die Bühne geben, um in den Köpfen der SCE-Fans nocheinmal aufzuleben.

 

Geboren in der Idylle

 

Rubén Plaza wurde am 17. März 1959 im uruguayischen Canelones geboren. Er begann seine fußballerische Laufbahn in seiner Heimat bei CA Juanicó. Juanció liegt im Westen des Departamento Canelones, nördlich der Hauptstadt Montevideo. Das kleine Dorf zählte bei Plazas Geburt gerade einmal rund 500 Einwohner.

 

Seinen ersten Profivertrag unterzeichnete der kleine Offensivspieler (1,70 Meter) im Jahre 1978 beim Rekordmeister Nacional Montevideo, der bisher 46 Meistertitel zu Buche stehen hat.  Auf Vermittlung seines Landsmannes Julio César Morales, der Ende der 70er als Stürmer bei der Wiener Austria (55 Tore in 171 Spielen) für Furore sorgte, wechselte Plaza im Sommer 1979 nach Favoriten.

 

Obwohl er den Violetten drei Jahre treu blieb, kam er nur auf 21 Spiele, in denen ihm zwei Treffer gelangen. Dennoch durfte er mit den Wienern jeweiles zwei Meister- sowie Cuptitel bejubeln.

 

Neuanfang beim SCE

 

Nach der Saison 1981/82 vollzog Rubén Plaza dann seinen Wechsel zum SCE, der soeben erfolgreich den Aufstieg in die Bundesliga fixiert hatte. Die Debütsaison verlief sogleich mehr als passabel für den SCE. Mit 29 Punkten erreichte man den beachtlichen neunten Platz. Für den "Uru" verlief die ersten Herbstsaison bei seinem neuen Verein alles andere als erwünscht. Aufgrund einer Verletzung konnte er erst im Frühjahr aktiv ins Geschehen eingreifen und bei seinen elf Einsätzen einen Treffer beisteuern. Dieser gelang ihm beim wichtigen 3:2-Auswärtssieg gegen den späteren Absteiger Simmering. Er stand damals mit zahlreichen weiteren bekannten Gesichtern aus der SCE-Historie, wie Leo Martinschitz, Franz Eder oder Fritz Drazan, auf dem Platz.

 

Die folgende Spielzeit sollte für ihn persönlich weitaus besser verlaufen. Plaza blieb weitgehend verletzungsfrei und absolvierte 24 Spiele. Am Ende der Saison erreichte der SCE Platz elf. Im Jahr 1984 folgte dann der bisher größte Erfolg des SCE, an dem auch Rubén Plaza entscheidenden Anteil haben sollte.

 

Ein "sensationeller" Cup-Triumph

 

Im Jahr 1984 holte der SCE den damals im Meisterschaftsmodus ausgetragenen internationalen Mitropacup. Nach Siegen über Vasas Budapest (2x) und FK Pristina, Remis gegen Union Teplice und Pristina sowie nur einer Niederlage gegen Teplice durfte man über den Sieg in jenem Berwerb jubeln, den zwei Jahre zuvor immerhin noch der große AC Milan gewonnen hatte. Rubén Plaza steuerte mit seinen Toren in den beiden Spielen gegen den FK Pristina Entscheidendes bei. „Eisenstadt gewann sensationell den Mitropacup“ titelte damals die Kronen Zeitung.

 

Ein weiteres Saison-Highlight für ihn, wie auch für den Verein, war sicher das "Kaffeederby" gegen den SC Neusiedl am See, welches der SCE sowohl im Herbst, wie auch im Frühjahr mit 3:1 bzw. 4:0 für sich entscheiden konnte. Die Seestädter stiegen nach einem wahren Seuchenjahr am Ende der Saison mit nur vier Punkten auf dem Konto wieder ab.

 

Doppelpack gegen die "Blackies"

 

In der darauffolgenden Saison 1984/985 war der "Uru" bereits zu einer tragenden Figur im Eisenstädter Spiel gereift. Seinen Höhepunkt erlebte der Legionär beim Spiel der 12. Runde gegen den großen SK Sturm Graz, als ihm beim Heimspiel im Lindenstadion mit seinen Volltreffern in den Minuten 8 und 52 ein Doppelpack gelang. Hier könnt ihr die Tore im Video sehen (bei 0:50 bzw. 4:30): 

Nach jenem Spieljahr zog es den mittlerweile 26-Jährigen zurück nach Wien. Er wechselte zum damaligen Bundesliga-Absteiger Wiener Sportclub. Mit dem Kultverein aus Dornbach gelang ihm umgehend der Wiederaufstieg, wozu er mit seinen Leistungen einen wichtigen Teil beitrug.

 

Nichtsdestotrotz war die Sehnsucht nach "seinem" SCE zu groß und er kehrte ins Lindenstadion zurück. Die Saison sollte sowohl für ihn, als auch für den Verein äußerst unglücklich verlaufen. Plaza zog sich im Februar 1987 im Training einen Kreuzbandriss zu und fiel für das gesamte Frühjahr aus. So konnte auch er den Abstieg am Ende nicht verhindern und der SCE musste den bitteren Gang in die zweite Liga antreten.

 

Doch auch eine Etage tiefer blieb er seiner fußballerischen Wahlheimat zunächst treu, verließ diese aber in der Winterpause im Jänner 1988 in Richtung des bayerischen Bezirksligisten BSC Sendling.

 

Beim Club aus München hielt es ihn jedoch auch nur bis zum Sommer, ehe er ins Burgenland zurückkehrte. Er fungierte zunächst als Spielertrainer beim SV Sigleß. Im Spiel gegen den SV Eltendorf zog sich der spätere Wahlburgenländer (er heiratete eine Burgenländerin) erneut eine schwere Knieverletzung zu. Es sollte das letzte Spiel seiner Karriere sein. Zwar wechselte er in der Winterpause 1989 noch zum ASK Baumgarten, seine Verletzungen ließen aber kein Comeback mehr zu.

 

Soziales Engagement in der Heimat und ein viel zu früher Abschied

 

Nach seiner aktiven Karriere kehrte Rubén Plaza als Trainer zum SCE zurück und betreute dort mehrere Jugendteams. Im Jahr 1990 eröffnete er in Eisenstadt sein Lokal "La Casita", in dem er südamerikansiche Spezialitäten anbot. Ein Herzensprojekt war ihm stets die Förderung des Fußballs in seiner Heimat Uruguay.

Am 13. Juli 2012 sollte sein Leben nach nur 53 Lebensjahren ein tragisches und viel zu frühes Ende nehmen. Der begeisterte Mountainbiker kehrte an jenem Tag nicht mehr von einer Tour zurück. Einige Stunden später wurde er tot aufgefunden. Er wurde am 20. Juli am Eisenstädter Friedhof beigesetzt.

 

Auf Wunsch der Familie wurde bei seinem Begräbnis auf Kranzspenden verzichtet und stattdessen Spenden für sein Fußballprojekt in seiner Heimat Canelones gesammelt. Mit der beeindruckenden Summe von 9.051 Euro wurde die Renovierung eines Kinderfußballzentrums unterstützt. „Es ist ein sozialer Treffpunkt, eine Art Jugendzentrum, in dem sich auch die Geschwister der Fußballkids aufhalten können. Sie können auch außerhalb der Trainingszeiten, etwa nach der Schule dorthinkommen. Es sind immer Betreuer dort“, so seine hinterbliebene Ehefrau Martina damals.

 

Für uns als SC Eisenstadt ist es ein befriedigendes Gefühl zu wissen, dass ein Mann, der den Fußball an jedem Tag seiner Karriere gelebt hat, auch nach seinem Tod noch etwas für seinen Sport tun konnte. Wir werden Rubén stets als eine inspirierende Spielerpersönlichkeit in Erinnerung behalten. Er hat als Spieler und Trainer, aber vor allem als Mensch viel für den SCE und den Fußball in Eisenstadt geleistet.

 

Wir sind dankbar, dass du einer von uns warst, bist und für immer bleiben wirst. Danke, Rubén!

 

Dein SC Eisenstadt

Bilder: Rupert Schicho, FK Austria Wien

 

 

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