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Schirmherr 'Pipo' Schmidt: "Vielleicht mal mit Hosi beim SCE"

SCE-Nachwuchsschirmherr Patrick 'Pipo' Schmidt hat in der jüngsten Ausgabe des SPORTaktiv-Magazins des ASVÖ Burgenland ein äußerst spannendes Interview gegeben. Darin erzählt er,  wie es sich anfühlt vor leeren Rängen zu spielen, seine Tätigkeit als Schirmherr der #YoungReds sowie seinen größten Wunsch für den SCE. 

 

Wie spielt es sich ohne Fans? Gewöhnt man sich irgendwann daran?

 

P. Schmidt: Als wir nach dem ersten Lockdown im Mai dann wieder spielen durften, war es am Anfang wirklich eine riesige Umstellung, das ganze Rundherum hat sich angefühlt als wäre es fast wie ein Freundschaftsspiel, wobei man das am Platz natürlich ausblenden musste und genauso motiviert war wie zuvor. Aber trotzdem ist es für einen Spieler das Schönste, wenn man vor einem vollen Stadion und guter Stimmung Fußball spielen darf. Wenn das wieder erlaubt ist, wird es ein tolles Gefühl sein.

 

Ist man einfach froh, dass man trotzdem spielen kann?

 

Ja, absolut. Ich glaube da sieht man trotzdem wieder einmal, dass wir uns sehr glücklich schätzen dürfen, diesen Sport zum Beruf gemacht zu haben. Sehr viele Menschen dürfen seit langer Zeit ihrem Beruf und ihrer Leidenschaft nicht mehr nachgehen. Uns Fußballern und vielen anderen Sportlern wird das möglich gemacht, natürlich auch mit starken Einschränkungen und unter strengen Bedingungen wie etwa ständigem Testen und klaren Vorschriften. Aber das nehmen wir gerne in Kauf, um dann auf dem Platz zu stehen und die Leute zu Hause hoffentlich auch ein wenig zu unterhalten.

 

Woran fehlt es noch, damit du bei Barnsley richtig durchstarten kannst?

 

Das ist schwierig zu sagen, die Championship ist eine extrem harte Liga. Es kann sehr schnell gehen, in beide Richtungen. Ich hatte auf jeden Fall schon einige richtig geile Momente hier, hatte am Ende der Saison einen riesigen Anteil am Klassenerhalt, welcher auch diese Saison unser Ziel ist. 

 

Was sind deine Ziele mit dem FC Barnsley?

 

Wir sind als Team jetzt auf einem ganz guten Weg und wollen schauen, was möglich ist. Aber klar ist für mich persönlich natürlich auch, dass ich regelmäßig Spiele über 90 Minuten machen möchte, das ist auf jeden Fall mein persönliches Ziel für die nächsten Monate und dafür werde ich alles geben.

 

Und deine langfristigen Ziele?

 

Langfristig mache ich mir da noch nicht wirklich Gedanken. Ich habe natürlich Ziele, jetzt heißt es aber erst einmal, sich auf unsere Aufgaben zu konzentrieren und selbst Leistung bringen, dann kann man weiterschauen.

 

Dürfen wir uns irgendwann darüber freuen, dass du wieder das SCE-Trikot überstreifst?

 

Das kann ich mir sogar sehr gut vorstellen. Ich bin jetzt noch sehr jung und möchte so viel wie möglich als Profi erreichen, aber später will ich auf jeden Fall noch ein paar Jahre dranhängen und ‚zu Hause‘ spielen. Wer weiß, vielleicht gelingt dem SCE ja bis dahin auch der ein oder andere Aufstieg! Und vielleicht kommt es beim SCE ja sogar einmal zum Duo Hosiner-Schmidt. 

 

Wird es nicht langsam Zeit, dass du auch mal mit deinem Cosuin Philipp Hosiner zusammenspielst?

 

Ja, das wäre wirklich ein Traum von uns! Vor allem für mich wäre das wirklich etwas Besonderes, weil 'Hosi' seit ich denken kann mein Idol in Allem war. Vielleicht klappt es ja sogar noch im Profibereich und wenn nicht muss er sich halt noch ein paar Jahre fit halten und dann Spielen wir mal gemeinsam im Unterhaus (grinst)!

 

Wie genau läuft deine Tätigkeit als Schirmherr für den SC Eisenstadt ab?

 

Da ich jetzt die meiste Zeit im Ausland bin und sich durch Corona sowieso auch der Trainingsbetrieb schwieriger gestaltet, kann ich nicht ganz so aktiv dabei sein, wie ich das gerne machen würde. Ich versuche trotzdem die Jungs und Mädels im Nachwuchs mit der ein oder anderen Videobotschaft zu motivieren und hole mir auch immer Infos ein, wie es bei den Teams so läuft. Ich hoffe, dass ich in Zukunft auch öfters wieder bei Trainingseinheiten dabei sein kann, um mir ein Bild von unseren Talenten zu machen und ihnen auch Tipps geben kann.

 

Warum ist deine Tätigkeit als Schirmherr so wichtig für die Jugend und den Fußball?

 

Ich denke, dass es für viele Kinder und Jugendliche wichtig ist zu sehen, dass man es definitiv auch als Eisenstädter schaffen kann, Profi zu werden. Man muss nicht ab der U8 bei Rapid oder der Austria Spielen, um einmal Profi zu werden. Davon würde ich sogar eher abraten. In diesem Alter ist es das Wichtigste, dass die Kinder Spaß am Sport und am Fußball haben. Außerdem ist es wichtig, dass ihre Freundschaften gepflegt werden und sie auch viele neue Freunde finden, die das gleiche Hobby haben. Dadurch verliert man auch selten bis nie die Freude am Fußball und kann dann, wenn man bereit dazu ist den nächsten Schritt machen.  Ich werde den Kids natürlich auch immer gerne zur Seite stehen und sie dabei unterstützen.

 

Hättest du dir auch so einen prominenten Begleiter wie dich auf dem Weg nach oben gewünscht?

 

Ich muss ehrlich sagen, den hatte ich.  Für mich war 'Hosi' damals schon der prominenteste Begleiter, den man haben konnte. Auch wenn er damals vielleicht gerade einmal im BNZ Burgenland gespielt hat, später bei 1860 München - für mich war das meine größte Motivation. Ich weiß noch genau, wie wir im Wohnzimmer Fußball gespielt haben und er gesagt hat: ‚Schau, dass du Fußballer wirst, das ist der beste Job, den du haben kannst‘. Da war das für mich auch immer schön, der Person, die eigentlich auch dein Idol ist, sehr nahezustehen, sie auch um Rat zu Fragen und über Fußball zu sprechen. Da möchte ich auch in Zukunft mehr für die Kids da sein, dass sie gerne mit mir über Fußball sprechen können und mich um Rat fragen, wenn sie etwas interessiert.

 

Mit dem SV Mattersburg hat das Burgenland sein Fußball-Aushängeschild verloren. Was bedeutet das aus deiner Sicht für den burgenländischen Fußball, welche Schritte sollte man setzen, um gegenüber anderen Bundesländern aufzuholen?

 

Ja, das ist sehr schade. Ich persönlich bin der Meinung, dass es das Burgenland verdient hätte und in gewisser Weise auch braucht, einen Bundesligaverein zu stellen. Man muss damit natürlich nichts überhasten. Ich denke, dass auch hier der Grundstein für spätere Erfolge über die Nachwuchsarbeit entstehen kann und muss. Außerdem ist es auch für Kinder eine riesige Sache, wenn sie sich für Fußball interessieren und ein Verein aus ihrer Umgebung in der Bundesliga spielt. So war es auch bei mir damals. Man ist aber beim Verband extrem bemüht, hier gute Arbeit zu leisten und deswegen mache ich mir langfristig gesehen keine Sorgen, dass da wieder was am Entstehen ist. Vielleicht wird dadurch ja sogar auch noch mehr auf die Landeshauptstadt geblickt und der SCE blüht wieder so richtig auf - ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn hier wieder Großes entsteht und würde den Verein und die Leute gerne unterstützen! Um das Gespräch mit einem meiner größten Träume zu beenden: Der SCE im Lindenstadion vor vollem Haus in der Bundesliga - das wär‘s (lächelt)!

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