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Sieg in letzter Sekunde!

Zu einem glücklichen, nicht gänzlich unverdienten, Sieg gelangt der SC Eisenstadt mit einem „Golden Goal“ von Laszlo Kalocsai in der 94. Minute.

 

Nachdem der SCE in den beiden Auftaktpartien der Frühjahrsmeisterschaft klar in der Favoritenrolle war, konnte man im Nachtragsspiel gegen St. Andrä, den Verfolger in der Tabelle, ein spannendes Spiel auf Augenhöhe erwarten. Trotz des Spieltermins zur Wochenteilung kommen rund 100 Fans zu der Leichtathletik Anlage in Eisenstadt.

 

In den ersten Minuten kommt es erst einmal zu einem vorsichtiges Abtasten der Kontrahenten. Kein schnelles Gegentor zu bekommen ist scheinbar die Devise auf beiden Seiten. Zum ersten Schuss aufs Tor kommen die Gäste in der 8. Minute, welcher aber harmlos ausfällt und Torhüter Covaciu bestenfalls zum Aufwärmen dient. Die Eisenstädter sind in der ersten Viertelstunde leicht feldüberlegen, können aber noch keine Chance herausspielen. So sind es in Minute 11 wieder die Seewinkler, die den Ball in Richtung Tor lenken – allerdings weit darüber hinaus. Sieben Minuten später ist es dann Robert Horvath, der die erste wirklich große Chance des Spiels vorfindet. Unbedrängt setzt er den Kopfball allerdings über die Latte – Glück für die Hausherren.

 

Mit der Zeit kommen die in rot spielenden SCE-Burschen aber besser ins Spiel. In der 26. Minute folgt mit einem Freistoß aus aussichtsreicher Position die erste Großchance. Der gut aufs kurze Eck angetragene Ball wird aber von Tormann Maluniak unschädlich gemacht. Zwei Minuten später sind es wieder die Gäste, die mit einem platzierten Weitschuss aus etwa 20 Metern den gegnerischen Goalie prüfen. Sehr zur Freude der Fans entwickelt sich nach der anfänglichen Vorsicht nun ein reger Schlagabtausch. In Minute 32 ist es Kalocsai, der den Ball in den gegnerischen Strafraum bekommt. Bei dessen Abwehr kollidiert Torhüter Maluniak mit einem eigenen Mitspieler und muss verarztet werden, kann aber weiter spielen. Den darauf folgenden Eckball bringt Kalocsai zu Kampitsch, der die Kugel aber über das Tor setzt.

 

Überhaupt scheinen die Landeshauptstädter heute aus Standardsituationen am gefährlichsten zu sein. Ein Freistoß von David George findet drei Minuten vor der Pause seinen Weg zu Alexander Kampitsch, dessen Schuss aber wieder zu hoch ausfällt. In der 45. Minute bringt Kalocsai George noch einmal in gute Schussposition, ein gegnerischer Fuß befördert den Ball aber noch zur Ecke. Diese bringt für die Fans ein Deja-vu-Erlebnis: Kalocsai zu Kampitsch und von dort über das Gehäuse.

 

Kritik am Schiedsrichter kommt an diesem Abend übrigens nicht so gut an: Es gibt 5 gelbe Karten in der ersten Hälfte, alle wegen Kritik. Eine an Kampitsch, vier an die Gäste, davon eine an einen Wechselspieler auf der Bank und eine an den Trainer.

 

Auch in der zweiten Hälfte geht es flott weiter. Nach einer schönen Kombination kommt Armin Music in der 50. Minute zum Schuss, einmal mehr kann die Verteidigung aber den Torerfolg verhindern. Nur zwei Minuten später versucht es George mit einem satten Schuss aus rund 20 Metern. Diesmal ist es wieder Maluniak, der die Eisenstädter Führung verhindert.

 

Sofort im Gegenzug kommt St. Andrä zur nächsten Gelegenheit, Horvath verfehlt mit seinem Schuss aber sein Ziel. Das Publikum bekommt jetzt doch einiges für sein Geld geboten. In der 57. Minute ist es wieder Robert Horvath, der per Kopf die Gelegenheit bekommt, das erste Tor des Abends zu erzielen. Wieder geht der Ball daneben. Vier Minuten später gibt es Freistoß für St. Andrä aus etwa 40 Metern Entfernung. Ganz klar eine Distanz für einen Direktschuss! Keeper Covaciu hat einige Probleme und kann den Ball erst im Nachfassen über die Latte drehen. Weitere fünf Minuten danach wird es wieder heiß im Eisenstädter Strafraum. Diesmal ist es Andrej Hrdlicka, der aus rund 13 Metern zum Schuss kommt, aber auch nicht trifft.

 

Langsam wollen die SCE-Fans wieder Chancen für ihr Team sehen. Laszlo Kalocsai nimmt sich das zu Herzen und zieht in Minute 71 aus rund 17 Metern ab – knapp über das Tor. In der 75. Minute kommt es nach einem eher harmlosen Foul zu einem Handgemenge zwischen Armin Music und Jan Ziniel. Der Referee zeigt dem St. Andräer die gelbe, Music die rote Karte.

 

Nun wittern die Gäste die Chance, in Überzahl alle drei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Wirklichen Druck können sie in den folgenden Minuten aber nicht aufbauen. Viel Zeit bleibt ihnen auch nicht, denn 8 Minuten nach dem Ausschluss sieht Andrej Hrdlicka nach einem Foul die gelb-rote Karte und das Kräfteverhältnis ist wieder ausgeglichen. In der 85. Minute geht es dann im Gäste-Strafraum nochmal rund. Gleich dreimal versuchen die Eisenstädter den Ball ins Tor zu befördern, jedes Mal ist die Abwehr zur Stelle.

 

In der 90. Minute ist es dann wieder der FC St. Andrä, der eine Flanke vors Tor bringt. Covaciu ist jedoch zur Stelle. Als alle schon mit einer letztlich gerechten Punkteteilung rechneten, gibt es noch einmal Freistoß für Eisenstadt aus großer Distanz und sehr spitzem Winkel. Eigentlich nur ein besserer Eckball.

Laszlo Kalocsai tritt an. Die Fans halten die Daumen, dass er die Kugel gut in die Mitte des Strafraums bekommt. Der denkt aber gar nicht daran und knallt den Ball aufs kurze Eck. Die Mauer ist schlecht postiert und der Ball findet genau seinen Weg ins Ziel. Torhüter Maluniak versucht noch das schlimmste zu verhindern, erwischt den Ball aber erst hinter der Linie und rutscht damit ins Netz. Jetzt kennt der Jubel bei der Mannschaft und den heimischen Fans keine Grenzen. Eine Sekunde nach dem Anstoß pfeift Refree Franz Kruisz die Partie ab.

 

Auch wenn man nicht von einem wirklich verdienten Sieg sprechen kann, war es doch das Glück der Tüchtigen, das den SCE am Spitzenduo der Tabelle dran bleiben lässt. Wer nicht dabei war, hat zweifellos etwas versäumt. Aber der nächste „Kracher“ in der LA-Arena wartet bereits:

Der ungeschlagene Tabellenführer Hornstein ist am Sonntag um 16 Uhr zu Gast!

 

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