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Ungefährdeter Kantersieg in Trausdorf

Eine klare Sache war das Nachbarschafts-Derby beim Tabellenvorletzten für den SC Eisenstadt. Der Endstadt 7:0 war auch in dieser Höhe absolut verdient.

 

Dass man drei Punkte auch gegen Tabellen-Nachzügler nicht geschenkt bekommt, hat die Mannschaft beim Spiel in Schützen erlebt, wo es nur einen denkbar knappen 2:1-Sieg gab. Dementsprechend geht das Team von Trainer Martin Zentner auch gleich mit der nötigen Ernsthaftigkeit ans Werk. Von der ersten Minute an ergreift der SCE die Initiative.

 

Das erste Mal ernsthaft in den Strafraum kommen die Gäste in der 3. Minute. David George verdribbelt sich aber und kann die Hausherren nicht ernsthaft in Gefahr bringen. Nach der daraus resultierende Ecke bekommt er den Ball noch einmal, aber wieder macht er einen Haken zu viel. Der erste Schuss auf das Trausdorfer Tor – abgegeben von Laszlo Kalocsai von der Strafraumgrenze – geht klar am Tor vorbei.

 

Die Hauptstädter sind auf eine schnelle Vorentscheidung aus und so gibt es in dieser Phase Chancen im 2-Minuten-Takt. In Minute 6 läuft Kalocsai alleine auf Torhüter Gollubits zu, wird aber von Schiedsrichter Kuzat Tihomir wegen Abseits zurückgepfiffen. Weitere zwei Minuten später wird derselbe Spieler ideal angespielt, Verteidiger Raphael Frank ist aber im letzten Moment zur Stelle und nimmt ihm den Ball noch vom Fuß.

 

In diesem Tempo geht es weiter. Nach wiederum zwei Minuten setzt Kalocsai Alexander Kampitsch ideal in Szene. Dieser bringt den Ball aber nicht am geschickt herausgelaufenen Tormann vorbei. In der 12. Minute ist es dann der SCE-Goalie Florin-Andrei Covaciu, der im Mittelpunkt des Geschehens steht. Nach einer groben Unachtsamkeit der Gäste-Abwehr muss er seinen Strafraum verlassen, kann den Gegner aber nur durch ein Foul stoppen. Eine Szene, die die SCE-Fans schmerzlich an das Auswärtsspiel in Oslip erinnert.

 

Der Referee sieht aber, dass Covaciu in der Szene nicht der letzte Mann war und entscheidet nur auf Chancenraub und damit Gelb. Eine Entscheidung, die zu lautstarken Protesten der heimischen Fans führt. Der auf diese Szene folgende Freistoß fliegt genau auf Covaciu zu. Dieser bringt ihn erst im Nachfassen unter Kontrolle.

 

Die rund 100 Zuseher, die (wieder einmal) bei kaltem, windigen Wetter den Weg auf den Platz gefunden haben, freuen sich jedenfalls ein interessantes Spiel zu sehen. Auch, weil der Außenseiter nicht ausschließlich auf das Zerstören des gegnerischen Spiels aus ist.

 

Bis zum nächsten Höhepunkt dauert es aber zur bis Minute 17. Nach einer guten Flanke von rechts in den Trausdorfer Strafraum rettet Kapitän Nico Kroyer gerade noch per Kopf zur Ecke. Eine Minute später ist es dann endlich soweit: Ein hoher Ball in den Strafraum kann von Keeper Gollubits nicht unter Kontrolle gebracht werden. David George ergreift die Chance, überspielt den Torhüter und noch zwei Verteidiger und bringt die Kugel sicher im Tor unter.

 

Mit der Führung im Rücken greifen die SCE-Jungs weiter an. In Minute 21 kommt Dominik Jakovljevic nach einem Abwehrfehler zum Schuss, setzt diesen aber klar über die Latte. Zwei Minuten später verfehlt Kalocsai nach einem Eckball das Ziel. Nach einer vierminütigen Chancenflaute ist es dann Kampitsch, der vor dem gegnerischen Strafraum den Ball erobert und aus rund 18 Metern genau ins kurze Eck trifft – 0:2.

 

Nur zwei Minuten später bewahrt Gollubits nach einem Weitschuss von Florian Fischer sein Team vor einem höheren Rückstand. Dies gelingt aber nicht sehr lange, denn in der 28. Minute ist es George, der links den Ball erkämpft, sich alleine in den Strafraum vortankt und den Ball ins kurze Eck zum 0:3 knallt. Damit ist die Entscheidung endgültig gefallen und die Frage ist nur noch die Höhe des SCE-Sieges. Vor der Pause gibt es dann nur noch 2 Chancen für die Favoriten, beide findet George vor, der einmal am gegnerischen Schlussmann scheitert und sich einmal in der Verteidigung verfängt.

 

In der zweiten Hälfte kommt dann Faton Vokshi für Laszlo Kalocsai aufs Feld. Die Tonart der Partie ändert sich aber nicht. Weiter macht der SCE das Spiel. Offenbar hat man aus den Fehlern beim Schützen-Spiel gelernt und versucht, diesmal nicht ausschließlich, in der Mitte durchzukommen.

 

Und so kann Alexander Kampitsch bereits eine Minute nach Wiederbeginn eine Flanke von rechts per Kopf zum 4:0 verwerten. Eisenstadt ist weiter drückend überlegen und in der 53. Minute trifft der eingewechselte Vokshi aus rund 10 Metern zum 5:0. In Minute 62 ist es dann Matthias Kusolits, der einen Weitschuss versucht, dabei aber nicht nur über das Tor, sondern auch über das dahinter aufgespannte Netz schießt. Ein Ball für den 2. Rang – den es dort aber nicht gibt.

 

Einige weitere Chancen können in den nächsten Minuten nicht genutzt werden. So etwa ein Freistoß von George, den Kampitsch per Kopf nicht verwerten kann. In der 70. Minute scheitert Jakovljevic am Torhüter. Das Tor hätte aber wegen Abseits ohnehin nicht gezählt. Für eine kurze Verschnaufpause sorgt danach die Verletzung des Trausdorfers Endrit Dervishaj.

 

In der 74. Minute wird Nico Stiglitz eingetauscht, der noch für zwei Höhepunkte in dem Spiel sorgen sollte. Zuerst mit einem Gelb-Foul in der 81. Minute und kurz nachdem George mit einem weiteren Schuss aufs kurze Eck das halbe Tor-Dutzend vollgemacht hat, mit einem weiteren, das ihm Gelb-Rot einbringt.

 

Da bereits die 89. Minute auf der Matchuhr steht, haben die Gastgeber keine Chance mehr, das Ergebnis zu verbessern. Nico Kroyer kommt zwar einmal in den Eisenstädter Strafraum, die Abwehr ist aber zur Stelle. In der Nachspielzeit kommt Kevin Kusolitsch an den Ball, läuft alleine auf Torhüter Gollubits zu und stellt mit einem „short handed goal“ den 7:0-Endstand her.

 

Der Sieg in dieser Höhe ist verdient. Durch den Punkteverlust des NSC konnte Eisenstadt bis auf 3 Punkte zum Zweitplatzierten aufschließen, wobei allerdings die Tordifferenz klar für die Neusiedler spricht. Dennoch ist Platz zwei nicht mehr außer Reichweite. Dies verspricht erhöhte Spannung für den verbleibenden Saisonverlauf!

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